Der tägliche Grund, GRÜN zu wählen (27)

Diesmal: Wider den Unfug der Blogwarte

An ihren unbedachten Äußerungen sollt ihr sie erkennen. Wenn sich Vertreter_innen von CSU und CDU über das ach so anonyme Internet ausheulen und der SPD-Vorsitzende eine „schärfere Kontrolle des Internets“ fordert, kann es gar nicht oft genug wiederholt werden: Wer ein solches Verhältnis zum Netz hat, dass ihm dazu bloß „Kontrolle“ und „das Böse“ einfallen, hat vieles noch lange nicht verstanden.
Wir stellen in unserem Programm hingegen klar: „Grüne Netzpolitik bedeutet, immer die Freiheit der NutzerInnen als Ziel anzustreben und die BürgerInnen gegenüber ökonomischen Interessen Einzelner oder Kontrollinteressen von Behörden zu schützen.“
Es gibt viele Bereiche der Gesellschaft, in denen wir mehr Kontrolle für wünschenswert halten. Waffenbesitz gehört dazu, Umweltsauereien, Steuerhinterziehung, Spendenskandale. Das Internet nicht.

Anonym, na und?

Und für die Anonymisierung hingegen spricht vieles. Nicht zuletzt, dass Träger von Allerweltsnamen wie „Friedrich“ sich ohne jeglichen Aufwand anonym im Netz bewegen können, während hingegen der Urheber dieses Textes einen Namen trägt, der innerhalb einer Menge von sieben Milliarden Personen zu einer eindeutigen Identifizerung führt.

Ein Kommentar bei „Der tägliche Grund, GRÜN zu wählen (27)“

  1. Torsten Wierschin sagt: Antworten

    Ich wollte an dieser Stelle ein Wenig zum Verständnis beitragen, dass nicht der Name eines Users im Netz ausschlaggebend ist, sondern dass die IP Adresse des genutzten Rechners (bzw. die bei Serviceanbietern temporär zugewiesene IP) die Identität bestimmt.

    Von daher sollte jeder User dieser und anderer Webseiten sich im Klaren sein, dass sie/er nicht anonym im Netz unterwegs ist. Es sei denn, es wird ein entsprechender Anonymisierungsservice benutzt. Wie diese funktionieren, ist hier nachzulesen (Mix­kaskaden):
    http://www.anonym-surfen.de/jondo.html

    Was eine Webseite alles über Dich weiß, kannst Du hier testen:
    http://ip-check.info/?lang=de

    Die Anonymisierungsdienste werden in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, gerade im Zusammenhang von Elementen der digitalen Demokratie. In der Wissenschaft werden sie bereits standradmäßig bei der Bewertung von Artikeln genutzt, um die Identität des Bewertenden zu verschleiern.

    Dass das schon jetzt vielen Leute ein Dorn im Auge ist, zeigen diese Presseinfos
    http://anon.inf.tu-dresden.de/presse/index.html
    http://anon.inf.tu-dresden.de/strafverfolgung/bericht.pdf

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