Stimmentransfers im WK 33 RÜGEN I – Mathematische Grundlagen

Nachdem das Duo Joukov/Karpinsky bereits in der Wahlnacht erste belastbare Rechnungen aufgestellt hat, merken inzwischen auch die anderen, dass für einen Erfolg der Aktion „Jeder Nazi ist einer zuviel“ nicht nur wir GRÜNEN erheblich an Stimmen gegenüber unserem Normalniveau dazugewinnen müssten, sondern auch die SPD noch gestützt werden müsste. Im Moment scheint ihr das nicht bewusst zu sein.

Daher dazu ein paar Zahlen:
Angenommen wird, dass ohne Nachwahl der Trend für den Wahlkreis 33 gleich dem im anderen Rüganer Wahlkreis 34 gewesen wäre. Damit hätte bei 11698 gültigen Stimmen die SPD 3520 Zweitstimmen erhalten, die CDU 3027, die LINKE 2597, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 667, die NPD 717 und die Sonstigen 1170.
Nun wird angenommen, dass sich das NPD-Ergebnis durch die Nachwahl gegenüber dieser Rechnung nicht verändert.
Um die Rechnung wenigstens leicht zu vereinfachen, wird angenommen, dass dieselben Leute zur Wahl gehen, die das sonst auch getan hätten und sich bei den Sonstigen auch nichts ändert.
Wenn jetzt die Stimmenzahl für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN solange erhöht wird, bis der für Hare/Niemeyer maßgebliche Nachkommawert höher liegt als der der NPD, so erreichen wir dieses Ziel bei 1303 Stimmen. Selbst wenn alle diese Stimmen von Wähler_innen der CDU und der LINKE kommen, die weder einen Sitz gewinnen noch verlieren können (ein Sitzverlust für die CDU ist theoretisch bei weniger als 2% Zweitstimmen möglich, das kann aber als pathologischer Fall vernachlässigt werden), würde zunächst die SPD einen Sitz weniger erhalten. Die NPD verliert ihren fünften Sitz erst, wenn auch die SPD 113 Stimmen gegenüber ihrem Erwartungswert hinzugewinnt.
Absolut sind folgende Abstände erforderlich: Die SPD muss bei der Nachwahl etwa 3000 Zweitstimmen mehr erhalten als die NPD. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN müssen bei der Nachwahl etwa 1300 Zweitstimmen mehr erhalten als die NPD. Die genauen Zahlen hängen von der Wahlbeteiligung ab, deswegen das „etwa“.

Strategisch kann das nur gutgehen, wenn die Stimmen der LINKE-Wähler_innen und derjenigen, die normalerweise nicht gewählt hätten, zu BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wandern, und die der CDU-Wähler_innen zur SPD.
Die Variante, den FDP-Bewerber mit der Erststimme zu wählen, scheidet als realistische Option aus, weil dann eine neue Berechnung der Sitzverteilung auf der Basis von 70 Landtagssitzen erfolgen müsste und diese Operation somit auch zu Lasten eines SPD-Sitzes gehen würde.

Es ist daher im aktuellen Fall dringend notwendig, erst zu rechnen und dann Wahlempfehlungen abzugeben.

 

39 Kommentare bei „Stimmentransfers im WK 33 RÜGEN I – Mathematische Grundlagen“

  1. nun kommt gegenüber den gefühlsvarianten ja doch noch etwas beweis- und wissenschaftsfähiges….so lange wir damit nicht dem altKB-ler uwe dr(i)eist zu einer stimme verhelfen und einem sitz, könnte man dem ja folgen……

    1. Was heißt altKB-ler?

      1. Kommunistischer Bund!
        „… Einige seiner ehemaligen Mitglieder waren und sind später in der Bundes- und Landespolitik in führenden Positionen äußerst erfolgreich (Reinhard Bütikofer, Winfried Kretschmann, Ursula Lötzer, Krista Sager und Ulla Schmidt.)…“

        http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistischer_Bund_Westdeutschland

        Wenn wieder einmal kein Grüner die Leser aufklärt 😉

        Beste Grüßen

        Manfred Peters

  2. Oh Mann, was sind das für ekelhafte Berechnungen. Schlimmer als das Koalitionsgeschachere. Mit Demokratie hat das nichts mehr zu tun. Da ist die Rekation eurer Geneneralin wesentlich besser: Ärmel hoch und selber los. Ohne die anderen wie Jelinski und Kay die anderen zu belehren. Mit dieser Rechnerei beweist Kay nur, dass auch die Grünen im Landtag machtkorumpiert sein werden.
    Und was ist, wenn Leonhard die Erststimme erringt, weil alle CDU-Wähler jetzt ihn unterstützen? Dann ist ein Überhangmandat und es werden massig neue Abgeordnete einziehen.

    1. Na Edward, was ist das denn im Vergleich zur “Kooperation reloaded“ der SPD.
      Wie schon bei der Zweckkooperation in der Bürgerschaft Greifswalds zur Erlangung eines Dezernentenpostens gelingt es dem Arbeiterverräter Dembski, der mal als Tiger gestartet war, die SPD zum puren Eigennutz auf die schwarze Linie zu bringen.
      http://www.ostsee-zeitung.de/vorpommern/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=3232218
      Wenn schon bei der Wahl um den Landrat unterlegen, könnte man sich auf diesem Wege den Posten des Vizelandrats sichern.
      Da muss sich niemand wundern, wenn sich der Bürger angewidert abwendet.

      1. na, ob da Dembski wirklich für die SPD sprach, wird sich noch zeigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ostvorpommern ihm da folgen. Kam Dembski nicht ebnfalls mit so einem Geschachere von SPD und CDU ins Amt?
        Aber die SPD stand hier nicht zur Debatte. Ich bin nur von diesem Gerechne der Grünen enttäuscht.

        1. Ich bin auf die Wahlempfehlung der Grünen für die Landrätin gespannt…

        2. Nicht nur Dembski auch Kanehl, siehe
          http://www.die-linke-kreistag-ostvorpommern.de/politik/meldungen/detail/zurueck/aktuelles-24/artikel/regiert-der-alte-greifswalder-filz-nach-dem-18-september-im-neuen-landkreis-ein-leserbrief-von-d/
          Damit sind offensichtlich auch die Ostvorpommern einbezogen und die Gefolgschaft aus dieser Richtung ist gesichert.

    2. Ich weiß nicht, ob ich das undemokratisch finden soll. Denn zunächst handelt es sich um einen Appell, letztendlich nur um eine Bitte, an den/die Wähler/in, diesmal so zu wählen. Wählen und entscheiden müssen die Leute selber.
      Auch hat Politik etwas mit der Durchsetzung bestimmter Ziele zu tun. Und das Ziel, im Landtag möglichst wenig menschenverachtende Stimmen zu haben, erscheint mir nicht verkehrt zu sein. Vor allen Dingen ist es nicht mit irgendwelchen Gegenleistungen verbunden.

  3. Ist das meine Schuld, dass Ihr Trolle nicht rechnen könnt?

    1. entweder hast du jetzt den Zwinkersmiley vergessen oder hast dein wahres Wesen gezeigt.

  4. Taktisches Wählen macht Pickel. Es ist einfach unwürdig, den Tod eines Kandidaten für solche Überlegungen heranzuziehen. Doch zum Glück sind die Menschen keine Verschiebemasse von Parteibürokraten, sondern störrisch, unberechenbar und missmutig. Aber ich verstehe es schon, die Wahlentscheidung des Wahlvolks ist fast das einzige im Parteienstaat, was die Parteien nicht selbst bestimmen können. Das macht nervös.

    1. Guten Abend,

      ich frage mich: Wer hier den Tod von Herrn Timm heranzieht und nicht würdigt? Richtig ist, dass im Wahlkreis 33, auf Grund des traurigen Todes von Herrn Timm, nachgewählt werden muss.
      Erstens: Wenn die Demokraten unseres Bundeslandes ein Zeichen gegen Extremismus von Rechts setzen wollen, ist jetzt Zeit und Gelegenheit dazu.
      Zweitens: Dieses Zeichen würde sich erstmals auch verwertbar darstellen.
      Drittens: Eine Wahlempfehlung ist eine Empfehlung und kein muss. Das wäre ja auch noch schöner. Entscheiden und wählen gehen müssen die Bürger_innen schon selbst.
      Viertens: Nervös ist hier denke ich keiner. Wir haben aber die Chance einen Sitz weniger an die NPD zu vergeben und diese sollten wir nutzen.

      1. aber diese von Jelinski aufgemachte Rechnerei ist anrüchig. Nachtigall ich hör dir trapsen. Den Kampf gegen Rechts vorzuschieben, damit die Grünen mehr stimmen von anderen Lagern kriegen. Könnte man doch auch denken, oder?

  5. In der aktuellen Situation hat man eben die Möglichkeit, sich zu entscheiden: Ein Nazi mehr im Landtag oder eine weitere Vertreterin einer demokratischen Partei. Wer hier jetzt so argumentiert, dass ihm letzten Endes der Nazi lieber ist, entlarvt sich selbst.
    Insoweit sind dieser Beitrag und die Kommentare dazu sehr nützlich.

    1. dann beantworte mir doch mal die Frage, worin der Unterschied ebsteht zwischen einer 5 Mann starken NPD-Fraktion und einer 4 Mann starken NPD-Fraktion? Ist doch reiner Aktionismus.
      Damit hat man nicht gesagt, dass einem der Nazi lieber ist. Typisches Antifa-Schwarz-Weiß-Gemale.

      1. Das ist überhaupt kein Aktionismus, sondern hier geht es um Finanzierung von Neonazis. Vier statt fünf Sitze bedeuten zwei bezahlte Neonazis weniger!

  6. Vielleicht gibt es ja auch Wähler, die ebenso gegen Nazis sind wie gegen Grüne? Die dann als sich selbst entlarvend in die rechte Ecke drängen zu wollen ist schon ganz schön perfide. Da entlarven sich die Väter der grünen Wahlmathematik selbst…..

    1. Wer lesen und den Sinn der von K.K. systematisch aneinandergereihten Worte erfassen kann, ist klar im Vorteil.
      Denn er schrieb:“Wer hier jetzt so argumentiert…“ und nicht „Wer nicht grün wählt…“

      1. CDU Rügen und Linke Rügen wollen auch lieber einen Nazi im Parlament. Sie rufen nicht zur Wahl der Grünen auf, sondern wollen die Zweitstimmen selbst.

  7. […] Grünen mit Kay Karpinsky einen wahren Kenner unter unseren Parteifreunden. Er erläutert in einem Beitrag im Greifswalder Blog ganz genau, was am 18. September passieren muss, damit die NPD einen Sitz verliert. Ergebnis: […]

  8. Edward, die Grünen beweisen mit solchen Initiativen, das sie machtkorumpiert sind?
    Ich glaube nicht, dass es diesbezüglich für dich eines Beweises bedarf, dafür war doch deine Aussage zu eindeutig.
    Aber nun nehmen wir mal an, es beträfe nicht die Grünen, sondern die Linke und die Grünen würden auch in diesem Fall einer demokratischen Partei den Vorzug geben und die Linke unterstützen. Dann wären die Grünen nicht machtkorumpierbar? Viel eher scheint es wohl so zu sein, dass dieses gemeinsame Auftreten von verschiedenen demokratischen Parteien dir Bauchschmerzen bereitet. Aber wer sagt denn, das eine Demokratie nur Rechtsextremisten durchfüttern muss, die ihr ans Leben will und sich nicht wehren darf? Ob dieses Vorhaben gelingt oder nicht: die demokratischen Parteien haben jedenfalls gezeigt, dass sie gemeinsam für dieses Land einstehen und sich von Rechtsextremisten nicht auseinanderdividieren lassen!

    1. Es ist ganz einfach: Wer mehr braun will, macht sein Kreuz wo er will. Wer weniger Braun will, macht sein Kreuz bei Grün oder der SPD.

      Wer diese einfache Erkenntnis nicht folgen kann, den verstehe ich nicht. Ich würde als Grüner bei einer Entscheidung zwischen Schwarz und Braun, den Schwarzen jederzeit meine Stimme gegeben. (Auch bei Herrn Liskow oder Herrn Adam)

    2. Schwachsinn, ich wende mich gegen jede Form dieses ekelhaften Gerechne. Egal von wem.

  9. „weil die Zweitstimmen seiner Wähler_innen dann nicht mehr für die Berechnung der Sitzverteilung herangezogen würden“

    Mal korrigieren – stimmt so nicht.

  10. Jetzt mit korrekter Begründung: „weil dann eine neue Berechnung der Sitzverteilung auf der Basis von 70 Landtagssitzen erfolgen müsste“

  11. Wer ist oder was ist gefährlicher?
    Ein Nazi oder ein Kopftuch?
    In Deutschland wurde das Kopftuchtragen von muslimischen Frauen in bestimmten Einrichtungen verboten. Stimmt doch, oder?

    Als Person, die keiner Partei und auch keiner Relegion angehört, frage ich mich oft, welche Beweggründe zu derartigen Entscheidungen geführt haben und denke darüber nach, was mich stören würde oder womit ich nicht einverstanden wäre.
    Außerdem konnte ich die Diskussion um das Kopftuch nie verstehen, denn in Deutschland tragen Nonnen auch ihre eigene Kleidung und niemand störte sich bisher daran.
    Eine Erzieherin im Kindergarten oder eine Lehrerin, die aus relegiösen Gründen oder aus Tradition ein Kopftuch trägt, hätte mein vollstes Verständnis und ich würde versuchen, meinem Kind zu erklären, warum der Lehrerin das Kopftuch wichtig ist.
    Ein Kopftuch, ein Stück Stoff, wie sollte das meinem Kind schaden?
    Stünde ein Nazi als Lehrer vor meinem Kind…naja, den Kommentar erspare ich mir lieber.
    Das gehört jetzt zwar nicht in das Parteiengerangel, kam mir aber beim Lesen in den Sinn und ich wundere mich, was so alles verboten ist und was nicht.

  12. „Die Variante, den FDP-Bewerber mit der Erststimme zu wählen, scheidet als realistische Option aus, weil dann eine neue Berechnung der Sitzverteilung auf der Basis von 70 Landtagssitzen erfolgen müsste und diese Operation somit auch zu Lasten eines SPD-Sitzes gehen würde.“

    Aber das berührt ja nicht das Ziel, die NPD-Fraktion zu kürzen. Das können die Grünen auch mit Leonhard als Erststimmensieger erreichen. Auf jeden Fall ist Leonhard besser als der Ex-CDUDVU-Kandidat. Ich denke auch, dass eine demokratische Partei mehr im Parlament besser ist als eine übermächtige große Koalition. Das dürfte auch im Sinne der Grünen sein.

  13. Es ist ganz einfach: Wer mehr braun will, macht sein Kreuz wo er will. Wer weniger Braun will, macht sein Kreuz bei Grün oder der SPD.

    Wer diese einfache Erkenntnis nicht folgen kann, den verstehe ich nicht. Ich würde als Grüner bei einer Entscheidung zwischen Schwarz und Braun, den Schwarzen jederzeit meine Stimme gegeben. (P.S. Auch den Herren Liskow und Adam)

  14. Kay hat recht, und ich wünsche dem Land, dass die Leute klug sind und strategisch wählen! Weit davon entfernt, ein Freund der Grünen zu sein, kann ich hier nicht anders als seiner Argumentation folgen.

    Rügener, wählt Grün! Rügener, gebt den Nazis keine Chance!

  15. […] Linke hat nachgerechnet, dass sie durch Zweitstimmen im Wahlkreis Rügen I nichts mehr hinzugewinnen kann, aber die NPD […]

  16. […] wenn die Situation im Rüganer Sonderwahlkampf ein Albtraum für all diejenigen ist, die damals in Mathe nicht aufgepasst haben: Wer einen Nazi […]

  17. […] den (nicht unumstrittenen) Überlegungen bei der Nachwahl auf Rügen, der NPD durch eine Zweitstimme für Grüns einen Sitz weg zu nehmen, […]

  18. Gibt es jetzt eigentlich noch eine Wahlauswertung für Rügen oder wird nach den Wahlen nicht mehr über Wahlen gesprochen?

    1. Die gibt es doch:
      http://www.gruene-mv.de/presse/nachricht/detail/ruegen-nachwahl-gruene-gewinnen-ein-mandat-dazu.html
      Da es den Grünen-Blogbetreibern hier vielleicht zu peinlich ist, die gewünschte „Wahlauswertung“ zu veröffentlichen, muss ich wohl wieder einmal in die Bresche springen. 😉
      Sicher ist sie etwas dürftig ausgefallen, aber die bis gestern Grüne ( General)Sekretärin Frau Gajek parliert ja viel lieber über ihre Zeit als Arbeitsverweigerin in der DDR,
      http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2011/09/traumerisch-gestanzt.html
      während Herr Suhr seinen Platz „traditionell zwischen SPD und CDU“ verteidigen muss und dabei alles vergisst, was sich die Grünen so im Wahlkampf auf Rügen gegen die NPD aufs Panier geschrieben haben. Jetzt, da die Grünen als Bollwerk gegen die Neonazis im Landtag punkten könnten!

      1. Oh, danke! Die SPD ist schuld, da bin ich ja beruhigt.

      2. Stefan Fassbinder sagt: Antworten

        Ruft hier jemand nach der Arbeitspflicht?

        1. Wer hat eigentlich „Fördern und Fordern“ erfunden?

      3. „Claudia Roth sagte, bestehe die Chance, die Sitzverteilung nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern um einen Sitz zugunsten der Grünen und zulasten der rechtsextremen NPD zu verändern. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel sollten deshalb zur Wahl der Grünen aufrufen.“

        Soviel zur fehlenden Mobilisierung der SPD-Wähler. Ist das eigentlich von den Grünen mal öffentlich richtiggestellt worden?

        http://www.n-tv.de/politik/Linke-Bitte-waehlen-Sie-Gruene-article4283766.html

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