GRÜNE bedauern Scheitern des „Hauptbahnhofs“ an hohen Kosten

Ullrich Bittner: Kostenberechnung der UBB nicht nachvollziehbar

Die von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vorgeschlagene Umbenennung des Bahnhofs Greifswald in „Greifswald Hauptbahnhof“ gestaltet sich schwieriger als gewünscht. Grund dafür sind die für die Maßnahme veranschlagten Kosten. Über die Hälfte dieser Kosten werden dabei durch die Usedomer Bäderbahn geltend gemacht (die OZ berichtete).

Dazu erklärt Ullrich Bittner für die Bürgerschaftsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Wir können die Höhe der Umbenennungskosten, die von der UBB genannt werden, nicht nachvollziehen. Dass wir neue Schilder brauchen werden, war allen von Anfang an klar. Die Posten, die die UBB anführt, betreffen an sich Nebensächlichkeiten. Deswegen überrascht uns der Kostenansatz.“

Die Umbenennung in „Hauptbahnhof“ solle zur Erleichterung und besseren Orientierung für Reisende und Besucher/-innen beitragen, so Bittner. „Eine Umbenennung zu jedem Preis können wir auch nicht befürworten. Für uns Greifswalderinnen und Greifswalder ist und bleibt es der Hauptbahnhof, auch wenn die Umbenennung an den geltend gemachten Kosten zunächst scheitert.“

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Stefan Fassbinder

Stefan war lange Zeit Fraktionsvorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion Greifswalds. Er ist promovierter Historiker und Vater von vier Kindern. Seit November 2015 ist er erster Grüner Oberbürgermeister Norddeutschlands, aufgestellt durch ein Bündnis von Die Linke, SPD und Piratenpartei.
Stefan Fassbinder
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7 Kommentare bei „GRÜNE bedauern Scheitern des „Hauptbahnhofs“ an hohen Kosten“

  1. Nicht das ein Dresdner kein Greifswalder werden könnte, aber solche Vorhaben sind so Gründe für die Wahlerfolge der Grünen in letzter Zeit.

    Als Greifswalder frage ich mich zunächst nach dem Sinn einer Umbenennung. Die Lokalzeitung lieferte die Antwort. „Man erspart sich einen klick bei der online Fahrkartenbuchung.“ Super möchte man da schreien, vor Freude in die Luft springen. Manch einer wird denken, toll, diese Grünen, endlich wird der langjährige Traum aller Greifswalder wahr. Endlich steht am Bahnhof Greifswald Hauptbahnhof.

    Oder sollte ich mich irren, haben die Menschen andere Probleme, zeigt sich an diesem Beispiel, die Distanz zwischen den Grünen von heute und der Bevölkerung? Da erinnere ich mich an einen anderen Wunsch, der mich schon lange umtreibt. Wie wäre es, würden sich die Grünen für eine einheitliche Pfandregelung einsetzen? Oder erklären, warum einige Getränkeverpackungen in der Natur liegen dürfen und andere nicht. Warum wurde hier nie gefragt, wie es sein kann, dass jeder Dönerladen in Greifswald pfandfreie Dosen verkauft. Dosen, die nur importiert wurden, pfandpflichtig zwar aber egal. Aufschrei der Grünen? Pressemitteilungen? Anfrage an die Stadtverwaltung? Nein, es gibt wichtige Dinge für unsere Umwelt. Ein Hauptbahnhof z.B..

  2. Greifswald hat nur einen richtigen Bahnhof! Greifswald Süd ist nur eine Haltestelle. Wer mit der Onlinebuchung nicht klar kommt, beweist nur, dass man für gewöhnlich nicht mit der Bahn fährt …

  3. Stefan Fassbinder sagt: Antworten

    Natürlich gibt es wichtigere Dinge als die Umbenennung eines Bahnhofes. Deswegen steckt die Greifswalder Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN viel Zeit und Energie in Themen wie die Kitas, den Haushalt der Stadt, Fahrradwege uvm.

    Manchmal darf man sich in der Kommunalpolitik aber auch um die kleinen Dinge kümmern. Der Vorstoß der GRÜNEN fand in der Greifswalder Bürgerschaft eine breite Mehrheit; scheint also keine spinnerte Minderheitenangelegenheit zu sein. Die Begründung für den Antrag findet sich hier: http://blog.gruene-vorpommern-greifswald.de/2012/10/26/bahnhof-greifswald-soll-auch-offiziell-hauptbahnhof-heisen/

    Wer hätte geahnt, dass sich die Sache so kompliziert und v. a. teuer gestaltet? Wir können die Berechnungen der UBB auch nicht nachvollziehen.

    Die Regelungen zum Pfand werden in Berlin getroffen, da können wir hier wenig ausrichten. Und in der Natur dürfen gar keine liegen; egal ob pfandpflichtig oder nicht. Dem Hinweis zu den Dönerläden werden wir nachgehen.

  4. Ich habe den Link gelesen. Lustig. Hier einmal die Begründung:

    „Kay Karpinsky, verkehrspolitischer Sprecher des grünen Kreisverbandes, erklärt die Vorlage: „Für eine offizielle Bezeichnung als Hauptbahnhof sprechen mehrere Dinge. Es entspricht dem, was inoffiziell zwecks Unterscheidung zum Südbahnhof ohnehin schon längst praktiziert wird. Verwirrung bei all denen, die die Bezeichnung ‘Hauptbahnhof’ im Stadtbild vermissen, kann so aufgelöst werden. Auch der Weg durch die Online-Auskunft der Bahn wird sich besonders bei häufiger Nutzung erheblich beschleunigen. So wird Greifswald im Internet endlich gefunden.““

    Mal ehrlich. die Antwort ist sehr löblich Stefan. Aber ich kenne niemanden, der Hauptbahnhof sagt. Die Leute die ich kenne, versuchen eher alles abzukürzen. Und auch die Bürgerschaft sollte sich um die Interessen der Bürger kümmern. Begeisterung für die eigenen Vorschläge findet sich nämlich auch bei Kim Jong un. 😉

    Das einzig positive ist Dein Versprechen, die Dosenproblematik im Hinblick auf Greifswalder Imbissbetriebe zu beleuchten. Alle verkaufen nämlich Einwegverpackungen ohne Pfand zu erheben. Es handelt sich um Importe aus Schweden, Dänemark oder Polen. Auch aus der Türkei wird geliefert. Ein Pfand wird beim Verkauf nicht erhoben.

    Wenns bis zur Kommunalwahl klappt, wähle ich mit allen Stimmen Grün. Auch für Europa. Versprochen.

  5. Ich verstehe nicht, warum die Greifswalder Grünen unbedingt die Bezeichnung „Hauptbahnhof“ wollen. Das „Orientierungs“-Argument ist überhaupt nicht schlüssig, weil Greifswald nur zwei Bahnstationen hat: „Greifswald-Süd“ und „Greifswald“. Wo soll es hier Orientierungsschwierigkeiten geben? Da man sowohl in Greifswald-Süd, als auch in „Greifswald“ die gleichen Anschlüsse im Regionalverkehr erreichen kann, ist auch hier keine besondere Hervorhebung erforderlich. Abgesehen davon, dass man den IC-/ EC- Halt sowie den ICE-Halt dem Fahrplan entnehmen kann.

    Ein weiterer Punkt ist, dass Greifswald nur einen Personenbahnhof hat, weil Bahnhöfe Bahnhanlagen mit mindestens einer Weiche sein müssen, an denen Züge beginnen, enden und wenden können. Dank der Wendezugtechnik ist das heutzutage faktisch überflüssig. Doch da in Greifswald-Süd auf dem falschen Gleis bis Anklam gefahren werden müsste, können hier schlicht keine Züge „beginnen“, „enden“ und „wenden“. Und mindestens eine Weiche hat Greifswald-Süd auch nicht und hatte es nie gehabt. Der Abzweig nach Lubmin ist eine technisch-selbstständige Abzweigstelle.

    Jetzt könnte man die Bahn zum Güterbahnhof Ladebow ins Feld führen. Nun ist Ladebow kein Güterbahnhof. Wenn, hätte man die Greifswalder Güteranlagen als „Hauptgüterbahnhof“ bezeichnen können. Doch erstens wäre das in Anbetracht der damaligen Größe der wahrlich winzigen Größe der Güteranlagen (im Vergleich zu Stralsund, Pasewalk und Neubrandenburg beispielsweise) ein Treppenwitz gewesen und zweitens verfügt Greifswalds angeblicher Hauptbahnhof inzwischen nicht mehr über eine (Orts-) Güteranlage. Inzwischen wurde die Bahn nach Ladebow auch noch zum „Streckenrangiergleis“ des Bahnhofes Greifswald degradiert, sodass nicht einmal von einer Eisenbahnstrecke die Rede sein kann.

    Folglich gibt es weder im Hinblick auf die „Orientierung“, noch im Hinblick auf die technisch-rechtliche Seite Gründe, den Greifswalder Bahnhof in Hauptbahnhof umzubenennen. Selbst Stralsund mit zwei Bahnhöfen (Greifswald hat nur einen, weil Greifswald-Süd ein Haltepunkt ist) – Stralsund und Stralsund-Rügendamm (Stralsund-Grünhufe ist ein Haltepunkt) oder Pasewalk (mit Pasewalk und Pasewalk-Ost; ursprünglich Haltepunkt, später zum Bahnhof ausgebaut) heißen nicht „Stralsund Hbf.“ bzw. „Pasewalk Hbf“. Wie orientierungslos müssen denn die armen Stralsunder sein!

    Und noch mehr von Orientierungslosigkeit müssen alle Bewohner der Altmark-„Hauptstadt“ (wenn wir schon einmal dabei sind 😉 ) Stendal bis Mitte der 90er Jahre geplagt gewesen sein:

    Stendal (bahntechnisch „Bahnhof“)
    Stendal-Stadtsee (technisch „Haltepunkt“)
    Stendal-Ost (bahntechnisch „Bahnhof“)
    Stendal-Vorbahnhof (bahntechnisch „Haltepunkt“)

    Ebenso völlig orientierungslos waren über Jahrzehnte hinweg die Bewohner der Stadt Salzwedel:

    Salzwedel (Bahnhof)
    Salzwedel-Süd (Bahnhof)
    Altensalzwedel (Bahnhof – und: Altensalzwedel ist nicht einmal die Altstadt von Salzwedel!)

    Ich könnte jetzt noch weitere Beispiele anbringen: Neuruppin, Neustadt-Dosse, Wolgast (bevor „Wolgaster Fähre“ zum Haltepunkt wurde…), Neustrelitz (wie verwirrend: Neustrelitz, Neustrelitz-Süd, gleich gegenüber von Neustrelitz!, Stelitz-Alt)…

    Sorry, aber die Bezeichnung „Greifswald-Hauptbahnhof“ ist und bleibt in meinen Augen schlicht eine Provinzposse. Denn: So lange es nur zwei Stationen gibt, ist „Hauptbahnhof“ nicht zwingend notwendig, es sei denn, die zweite Bahnanlage ist wirklich ein „Bahnhof“, technisch betrachtet (z.B.: Naumburg (Saale) Hbf und Naumburg (Saale) Ost).

    An technischen Gegebenheiten sollte man sich da wirklich schon ein wenig orientieren, wie ich meine. Es sei denn, es gibt wirklich so unfassbar viele Bahnstationen.

    Wobei…

    Selbst Wernigerode kennt:

    Wernigerode (Bahnhof DB/ HSB)
    Wernigerode-Westerntor (Bahnhof – HSB)
    Wernigerode-Hochschule Harz (ehemals „Kirchstraße“ – Haltepunkt – HSB)
    Wernigerode-Hasserode (Bahnhof – HSB)
    Wernigerode-Elmo-Werk (Haltepunkt DB)

    Immerhin weiß ich jetzt, warum so viele Touristen in Wernigerode so völlig orientierungslos durch die Gegend laufen. 😉

  6. Tja, dann hätte der RPV mal eine ordentliche Bekanntmachung dieses Termins veranlassen sollen. Meines Wissens wurde nicht mal die Presse weitergehend informiert…

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