Archiv der Kategorie: Landratswahl 2018

Schon wieder Verwaltungswillkür zum Nachteil der Einwohner

Die Kreisstraße 60 muss dringend grundhaft saniert, mindestens jedoch repariert werden! Einwohner von Spantekow und Japenzin haben sich an die Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen – Forum 17.4 hilfesuchend gewandt: Obwohl der 1. Beigeordnete und Stellvertretende Landrat, Jörg Hasselmann, sowie sein für Straßenbau zuständige Mitarbeiter, Hagedorn „die Sanierung der Straße in die Hand versprochen hätten“, so wurde ihnen mit der Verabschiedung des Kreishaushaltes bewusst, dass sie offenbar belogen wurden.

Fraktionsvorsitzender Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Forum 17.4 im Kreistag Vorpommern-Greifswald

Die Zustände im Dezernat 2 und insbesondere in der Straßenbauverwaltung des Kreises sind seit Jahren ein Skandal! Die Einwohner und Gäste des Kreises warten seit Jahren auf Sanierungen ihrer Kreisstraßen – stattdessen wird auf Zuruf für eine zweifelhafte Baugenehmigung z.B. eine Straße für das Großgüllelager im Lassaner Winkel gebaut.

Herr Hasselmann und Herr Hagedorn setzen sich über Kreistagsbeschlüsse hinweg: Die Sanierung der K 60 ist sogar Bestandteil der Sparmaßnahmen von Rödl & Partner, die der Kreistag beschlossen hat. Hier werden wir auch den Kreistagspräsidenten und die Landrätin fragen, was Kreistagsbeschlüsse überhaupt wert sind, wenn Teile der Verwaltung machen, was sie wollen.

„Wenn demnächst eine fachlich fundierte Prioritätenliste erstellt werden wird, setze ich mich dafür ein, dass dies nach objektiven Kriterien

Ulrike Berger. Foto Wachholz

und nachvollziehbar erfolgt“, ergänzt Ulrike Berger, Kandidatin zur Landrätinnenwahl.

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen – Forum 17.4 hat bei der Haushaltsdiskussion im Kreistag am 04.12.2017 als einzige darauf hingewiesen, dass mit der Verabschiedung des Haushaltes die Arbeit der Fachausschüsse außer Kraft gesetzt wurde. Seit Bestehen des neuen Großkreises existiert bis heute kein mit Prioritäten untersetzter Fachplan zur Sanierung von Kreisstraßen.

„Wenn jetzt andere Fraktionen oder Landratskandidaten Krokodilstränen vergießen und Wahlversprechungen machen sollten, so sollten sie sich an die letzte Kreistagssitzung erinnern, in welcher sie explizit die Sanierung der K 60 aus dem Haushalt gestrichen hatten“, so Waldemar Okon, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Forum 17.4.

Und dass auf Wahlversprechungen nichts zu geben ist, ist am Beispiel der Kreisstraße 2 ersichtlich: Die Landrätin hatte im Jahr 2011 die Sanierung versprochen – realisiert wurde sie bis heute nicht.

Und sowohl der Baudezernent, Herr Hasselmann, wie auch der Finanzdezernent, Herr Wille, sollten aufhören mit den Verweisen auf die Armut des Landkreises. Das stimmt einfach nicht! Allerdings konnten die Verweise auf Geldmangel bislang offenbar gut genutzt werden, um die Maßnahmen gegeneinander auszuspielen.

„Ich habe den Einwohnern von Japenzin geraten, nach einem Investor für ein Großgüllelager zu suchen, damit würde die Sanierung ihrer Kreisstraße prioritär!“, so Waldemar Okon sarkastisch auf die jüngsten Ereignisse verweisend.

Grüne 17.4 für Wiederherstellung, Erhalt und Pflege kleiner Wege

Im Kreis Vorpommern-Greifswald – wie überhaupt in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns – gab es früher zahlreiche Wege zwischen Ortschaften oder zu Feldern, Ackern und Wäldern – vielfach existieren diese nicht mehr. Meist wurden sie vor, sowie kurz nach der Wende, überpflügt und stehen den Menschen nicht zur Verfügung.

„Im Rahmen der lokalen Agenda 21-Prozesse setze ich mich seit längerer Zeit für die Wiederherstellung dieser Wege ein“, so Waldemar Okon, Vorsitzender der Fraktion. Es ist ein lange existierender Wunsch der Einwohner und auch Gäste, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Kinderwagen sich von Ort zu Ort bewegen zu können. In der gesamten Region fehlen Wege zum Wandern, Spazieren, Laufen oder Radfahren.

Die meist baum- oder heckenbestandenen Wege waren Landmarken und erfüllten wichtige Funktionen für den sozialen Zusammenhalt und die Verbindung der Menschen zu ihrer Landschaft. Durch den zunehmenden Autoverkehr auf den Landstraßen fehlen gerade älteren Menschen und Kindern sichere Möglichkeiten, um in die Nachbarorte zu kommen. Die von der Fraktion geforderte Wiederherstellung der ländlichen Wege trägt daher zu einem lebendigeren Kontakt zwischen den Ortschaften bei. Z.B. können damit Freunde und Bekannte wieder besucht werden, Kinder kommen auch ohne „Elterntaxi“ zu Schulen und Vereinen. Baum- oder heckenbestandene Wege erfüllen zudem eine wichtige ökologische Funktion und vermeiden Erosion durch Wind.

„Wir werden diesem Thema jetzt verstärkt nachgehen‘, so Ulrike Berger, Grüne Kandidatin für die Landratswahl. Sie lädt alle Bewohnerin und Bewohner im Landkreis dazu ein, verschwundene Wege an die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen – Forum 17.4 im Kreistag Vorpommern-Greifswald zu melden.

„Seltsamer Weise wurde und wird das Verschwinden dieser Wege nie nennenswert aufgearbeitet – dabei handelt es sich doch um öffentliches Vermögen und Eigentum“, moniert Waldemar Okon.

Andere Wege wie z.B. zwischen Oldenhagen und Leist 3 befinden sich im desolaten Zustand. Dass die Wege gebraucht werden, merken wir an häufigen Anfragen von Einwohnern und Gästen. So führte z.B. der frühere Weg von Greifswald nach Stralsund über Neuenkirchen, Karrendorf, Frätow und Gristow –  hiervon existieren nur noch Abschnitte. Aus der Stadt und aus dem Umland von Greifswald, aus dem Lassaner Winkel oder auch aus dem Raum um Pasewalk melden sich Einwohner und setzen sich für die Wiederherstellung der Wege ein.