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Anklamer Ethanol- u. Zuckerfabrik: Mehr als 80.000 Kubikmeter hoch-belastete Abwässer versickern pro Jahr im Grundwasser

Anklam. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder Hinweise und Befürchtungen gab, dass die Abwasserteiche und Deiche der Ethanol- und Zuckerfabrik Anklam undicht sind und so verunreinigtes Abwasser in Grundwasser und Peene gelangen, hat sich dies nun bestätigt.Schwimmbadblick

Ca. 100.000 bis 150.000 Kubikmeter Abwasser sickern pro Jahr ins Grundwasser. Dies entspricht etwa 200 bis 300 mal der Menge Wasser, die die Anklamer Schwimmhalle fasst. Zu diesen Schlüssen kommen Kristin Wegner, Mitglied des Kreistags Vorpommern-Greifswalds für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Dr. Torsten Wierschin, Bündnisgrüner Vorstand des Kreisverbands Vorpommern-Greifswald. Beide hatten Mitte Oktober Akteneinsicht beim Umweltamt des Kreises vorgenommen, um einen Zwischenbericht eines Gutachtens zur Dichtheit der Deiche zu sichten. Die Erstellung des Gutachtens wurde durch die Behörden von der Ethanol- und Zuckerfabrik Anklam gefordert.  Anklamer Ethanol- u. Zuckerfabrik: Mehr als 80.000 Kubikmeter hoch-belastete Abwässer versickern pro Jahr im Grundwasser weiterlesen

Nach dem Fischsterben in der Peene: Fragen an StALU und Untere Wasserbehörde

Ursel Karlowski
Dr. Ursel Karlowski

:UPDATE die Behörden überwachen den Chemiebetrieb in dieser Richtung nicht, Antworten siehe unten:

In der Anklamer Bioethanol-Anlage wird ein Wasser-Ethanol-Gemisch mittels azeotroper Destillation getrennt, um möglichst reinen Ethanol zu erhalten. Dabei kommen sogenannte Schleppmittel zum Einsatz, häufig Toluol. Das Ethanol-Endprodukt  wird nach seiner Gewinnung vergällt. In der EU sind verschiedene Vergällungsmittel für Ethanol zugelassen:

Ethyl-tert-butylether (ETBE, für Kraftstoffe)
Methylethylketon (2-Butanon)
Isopropylalkohol (2-Propanol)
Denatoniumbenzoat

Diese Chemikalien sind mitsamt gesundheitsschädliche Gefahrenstoffe, wenn sie in die Umwelt gelangen.

Folgende Frage wurde von Ursel Karlowski (MdL) an das StALU Stralsund und die Untere Wasserbehörde in Anklam gestellt. Die Antwort werden wir hier veröffentlichen:

Wurden die Abwässer auf dem Fabrikgelände und/oder das Wasser der Peene im betreffenden Zeitraum auf Produkte untersucht, die neben dem Zielprodukt (also Ethanol) ebenfalls bei der Produktion Ethanol aus Zuckerrüben anfallen? Nach dem Fischsterben in der Peene: Fragen an StALU und Untere Wasserbehörde weiterlesen

Nach dem Fischsterben in der Peene: Schutz für Mensch und Umwelt

Cornelia Kampe
Cornelia Kampe

:Update: Unser Ergänzungsantrag wurde in die nächste Ausschussrunde verwiesen.

Maßnahmenpaket für die Anklamer Zuckerfabrik
Den nachstehenden Ergänzungsantrag zum Antrag der CDU (Vorlage 107/2015) werden die drei Bündnisgrünen Kreistagsmitglieder Kristin Wegner, Conny Kampe und Waldemar Okon auf der Kreistagssitzung, kommenden Montag  05.10.2015, einbringen:

Die Landrätin wird aufgefordert:

  1. sich bei der Bioethanol GmbH, dem StALU Stralsund und der Landesregierung für die Einhaltung der rechtlichen Genehmigungen in der Weise einzusetzen, dass schnellstmöglich bauliche und technische Maßnahmen ergriffen werden, die ein erneutes Abfließen von (toxischen) Schadstoffen in öffentliche Gewässer vom Gelände der “Zuckerfabrik” ausschließen. Ein Maßnahmenplan soll bis zum 1. November 2015 den Kreisbehörden vorgelegt werden. Die Landrätin unterrichtet den Kreistag über die Fortschritte diesbezüglich.

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Fischsterben in der Peene: in der Chemiekatastrophe ringt Landwirtschaftsminister Backhaus (SPD) um Deutungshoheit

Kristin Wegner und Bündnisgrüner Kreisvorstand: Wozu dienen Rohrverbindungen zwischen Ethanoltanks und dem Regenwasserabflusssystem der Anklamer Zuckerfabrik?

IMG_20150916_090207Gestern hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus in die Anklamer Zuckerfabrik zur Eröffnung der diesjährigen Zuckerrübenernte geladen. Dieses Jahr stand jedoch die Vergiftung tausender Fische durch unkontrolliert in die Peene gelangter Chemikalien im Vordergrund. Angereist waren Vertreter_innen der Presse, der Kommunal- und Landespolitik.
Für die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN war Ursula Karlowski vor Ort, außerdem kamen Kristin Wegner, bündnisgrünes Mitglied des Kreistags und Mitglied des Umweltausschusses sowie Torsten Wierschin, Kreisvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Vorpommern-Greifswald. Fischsterben in der Peene: in der Chemiekatastrophe ringt Landwirtschaftsminister Backhaus (SPD) um Deutungshoheit weiterlesen