Das ausgefallene Heimspiel

Hätte sie der örtliche Polizeichef nicht per Handschlag begrüßt, und wären sie nach kurzer Zeit nicht in einem anderen Freizeit-Outfit und einem anderen Automobil eines schwäbischen Herstellers vorgefahren, hätte man sie ebenso wie die beiden Herren, die es sich kurzzeitig auf den Stufen der Commerzbank gemütlich machten, dabei mit den Füßen dem Takt der den Marktplatz beschallenden Musik folgten, für ganz normale Tagestouristen halten können. Doch es waren Mitarbeiter der Anklamer Staatsschutzabteilung,  die auffällig unauffällig den Besuch der CDU-Parteivorsitzenden vor Störungen und Störern sichern sollten.

Diese Beobachtungen waren eigentlich auch das Spannendste des nachmittäglichen Markttreibens.

Zwar sprach dann noch die CDU-Parteivorsitzende, doch der weitgehend inhaltsleeren Rede, deren einzig klarer Punkt die Nennung des Wahltermins war, mochte, gemessen am Applaus, so recht niemand folgen.

Dabei hatte der freundliche Herr aus dem Rheinland, der auf der Bühne wie ein Animateur einer Ferienanlage wirkte, sein Bestes gegeben. Der Aufforderung, „Kommen sie aus den Cafès und setzen sie sich hier vorne auf die Bänke, damit wir eine schöne Kulisse haben, wenn die Kanzlerin denn kommt“, mochte fast niemand folgen. Ebenso ungehört verhallte sein Aufruf, die Anwesenden könnten „sich schon einmal warmklatschen“.

Als wäre es heute um den Preis für die beste nichtssagende Rede gegangen, war auch vom CDU-Landesvorsitzenden nicht wirklich etwas interessantes zu vernehmen. Das Einzige, was von dessen Rede haften blieb, „Wir müssen unsere Stärken stärken“. Aber diese Floskel hat er schon öfter zum Besten gegeben. Insoweit waren auch von von ihm keine Neuigkeiten zu erfahren.

In der gleichen Liga der Inhaltslosigkeit spielte Werner Kuhn. Der Landtagsabgeordnete fiel bislang eher dadurch auf, dass er beim politischen Aschermittwoch seiner Partei gern den Politclown gibt. Heute fiel er allerdings dadurch auf, dass er das Vermächtnis von Alfred Gomolka fortführen wolle, wie er erklärte. Allerdings war der Lokalzeitung erst jüngst zu entnehmen, der Ex-Ministerpräsident und derzeitige EU-Parlamentarier würde sich noch bester Gesundheit erfreuen. Das mit dem Vermächtnis muss dann wohl noch ein ganzes Weilchen warten.

Während CDU-Multifunktionär Liskow – wie fast immer – ein wenig überfordert schien, so, als er den CDU-Generalsekretär  „Profalla“ vorstellte und den Ex-Bürgermeister von Lubmin, der die Nachfolge des über die CDU-Spendenaffäre gestürzten Ulrich Adam antreten soll, in der Vorstellungsrunde gleich gänzlich vergaß und erst auf diesen Lapsus hingewiesen werden musste, versuchte Malermeister Axel Hochschild mit seinem Schlusswort zu retten was nicht mehr zu retten war, und dankte seiner Parteivorsitzenden, für die, wie er sie empfunden haben muss, klaren Worte.

Angesichts dessen verwundert es nicht, dass die CDU-Prominenz sich vornehmlich selbst beklatschte. Das erhoffte Heimspiel der CDU-Parteivorsitzenden jedenfalls fiel, trotz der zahlreichen Besucher, aus.

Für die Staatsschützer gab es an diesem sonnigen Tag nichts zu tun. Denn bis auf die „Freien Wähler“, die mit einigen Wahlplakaten und Handzetteln auf sich aufmerksam machten, den Hilferuf einiger irakischer Mitbürger, die sich von der CDU-Parteivorsitzenden Hilfe beim Bürokratieabbau erhofften, gab es noch einen Einzeldemonstranten, der den „TOT alen Markt“ forderte. Herausgefordert fühlte sich der Bausparkassenvertreter und Bürgerschaftskandidat Winfried Zink, der den Demonstranten darauf hinwies, dass es da wohl einen Rechtschreibfehler gäbe.

Was es allerdings gab, einen Hoffnungschimmer oder besser einen Ballon, welcher  über dem Eingang zum Marktplatz im Schuhhagen schwebte, und an dem ein Transparent verkündete, dass „Greifswald Grün wird“. Nachdem verlorenen Heimspiel der CDU, dürfte dies auch nicht unwahrscheinlich sein.

10 Kommentare bei „Das ausgefallene Heimspiel“

  1. Manfred Peters sagt: Antworten

    Die wichtigste Botschaft ist den Grünen natürlich entgangen. Angie hat das deutsche Brot vor der EU gerettet. Bäcker Vorpommerns vereinigt euch und wählt CDU!

  2. Ist schon komisch:
    Über die Suchmaschinen sind die Freien Wähler Greifswald nicht mehr zu finden, obwohl diese Seite bei Google noch heute früh über 8.000 Zugriffe zu verzeichnen hatte – dies innerhalb von 2 1/2 Tagen !
    Zugang direkt über http://www.fw-hgw.de trotzdem möglich, wenn das Suchen auch zwecklos ist.
    Erstaunlich nur, daß dieser „Suchmaschinenverlust“ kurz nach dem Besuch der Kanzlerin passiert, die paralysiert das Wahlplakat der FW am Zugang zum Markt wahrgenommen hatte und sicherlich nicht sonderlich davon angetan war !

    1. Sehr geehrter Herr Kühl,

      da Sie ja leider nicht mitbekomemn haben das das reine headern einer Seite nicht dazu führt das man bei google geheileitet wird, tut es mir sehr Leid.

      Google achtet in erste Linie auf die Linkstruktur und die Domain.

      Suchen sie in Google nach: freie wähler hgw, tauchen sie sofort auf, da dies in ihrer domain steht.

      ersetzen sie hgw durch greifswald, verschwinden sie, da es zwar im meta content steht, der aber nicht als besonders zuverlässig gewertet wird, weswegen seiten die neu sind zwar mit content bewertet werden, dann aber wieder gelöscht werden.

      Bevor Sie wieder der CDU die Schuld geben, besuchen sie doch mal ein Seminar über das „neue“ Web und wie heutzutage Suchmaschinen funktionieren, dann werden sie feststellen das Sie einen Fehler gemacht haben, aber andere zu Beschuldigen weil man unfähig ist, ist deutlich einfacher.

  3. Ich vergaß!:
    Herzliches Dankeschön von uns Freien Wählern (FW) an den Grünen Blog für die faire Darstellung und Kommunikation.
    Dieser Dank geht insbesondere an Sie, Herr Steiger!

    1. Lieber Herr Kühl,

      Ihr Buhlen um neue „Freunde“ ist zwar nachvollziehbar, doch Herrn Steiger kommt vermutlich nur Ihre aktuelle Beißlust gegenüber der CDU gelegen. Sie scheinen eine einfache Regel nicht zu kennen: „Geliebt wird der Verrat, jedoch nicht der Verräter.“

      Und Ihr Forumeintrag belegt eindeutig, daß Ihr Beißreflex völlig unkontrolliert einsetzt. Irgendwann wird auch Herr Steiger in Ihnen eine unkalkulierbare Tretmiene sehen. Wenn Sie allerdings solche Vorlagen zum Ablachen liefern (Bundeskanzlerin befehligt Google), beschleunigen Sie bei Herrn Steiger nur den Erkenntnisprozeß.
      Mein Tipp an Sie, Herr Kühl: Schweigen Sie lieber das nächste Mal, bevor Sie etwas Dummes von sich geben!

      Gruß Jason

  4. Ihr lieben Grünen,
    Ihr sagt, dass die Rede von Angela Merkel inhaltsleer war. Nun müsst ihr euch allerdings fragen lassen, was der besondere Inhalt eures Textes ist?! Organisiert selber mal so eine Veranstaltung – dann vielleicht mit eurem Herrn Parteivorsitzenden. Ich bin sehr gespannt, wieviele Bürger dann kommen und ihm Apllaus schenken. Einen Saal wie den St. Spiritus würde die Anhänger der CDU Greifswald wohl auch noch füllen 😉

    Ich finde es schade, dass von euch keine eigenen Inhalte kommen. Die Leute sollen euch nur wählen, weil die CDU schlecht ist?

    Wenn das schon alles ist, wundere ich mich nicht, warum die Grünen in MV nicht mal die Stärke der NPD aufweisen!

    Danke!

    1. Nur ein klitzeklitzekleines Beispiel von dem, was die Grünen alles an Inhalt zu bieten haben und wie sie die Organisatoren des heutigen Nachmittags um Längen zurücklassen:
      http://blog.gruene-vorpommern-greifswald.de/regelwerke/

    2. Manfred Peters sagt: Antworten

      Mit dem Einsatz von Steuergeldern, der wohl hier betrieben wurde (Bundesgrenzschutz, sonstige schwarz und verdeckt operierende Staatschützer …), kann wohl jeder „Heini“ solch eine Veranstaltung organisieren!

      1. Warum macht ihr es nicht? Etwa aus Angst, dass euer sympathischer Parteichef doch nicht so gut bei der Bevölkerung ankommt?

  5. Hahaha, ganz genau: Nachdem die Kanzlerin dieses furchtbare Plakat gesehen hat, hat sie gleich bei Google angerufen und gesagt : „Nehmt bloß mal die Greifswalder Freien Wähler aus eurer Suchmaschine, die dürfen nicht mehr gefunden werden“. Hahahahahaha 😀

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