Wenn’s doch so wär’ wie früher! *update*

GRÜNE protestieren gegen radikale Abholzung an der Stadthalle

Nun haben wir endlich wieder freie Sicht auf den Giebel der Stadthalle. Quasi über Nacht fielen wunderschöne alte Linden – eine Zierde des Stadtbildes. Aber jetzt erstrahlt dafür der alte Greif in neuem Glanz. Und der ganz grüne Wildwuchs, der uns den Blick versperrte, ist nun weg. Schließlich gab es den früher auch nicht. Und das war doch das Ziel der Aktion: Den Blick von Anfang des letzten Jahrhunderts wieder herstellen.

Und weil es früher so schön war, brauchen wir natürlich auch wieder Droschken rund ums Theater, über die Europakreuzung dampft die Kleinbahn nach Wolgast und wir feiern im Theatercafé Kaisers Geburtstag zu den Preisen von damals.

Oder wir lassen den Trabant über das Kopfsteinpflaster knattern und betrinken uns, F6 rauchend, beim Kernkraftwerkfasching. War doch schön früher.

Und weil mit der neuen Stadthalle alles wieder schön wird, können wir das ganze Elend rund um Wirtschaftskrise und Sparhaushalt ganz einfach vergessen.

Und die Bäume sind nun auch weg, damit ja niemand auf die Idee kommt, im Herzen der Stadt einen schattigen Biergarten einzurichten.

Die Greifswalder GRÜNEN fragen, wer hat das eigentlich genehmigt? Haben wir keine Baumschutzsatzung?

*update*

Der schon seit Tagen (u. a. hier und hier) unter Beobachtung stehende Chefredakteur der Greifswalder Lokalzeitung schreibt dazu:

Guten Tag, liebe Leser!
Nun sind die Grünen aufgewacht. Gestern schickte deren Kreisvorsitzender Stefan Fassbinder eine Pressemitteilung, in der er sich über die Abholzung mehrerer Linden an der Europakreuzung beklagt. Dass der alte Garten des Theatercafes im Zuge der Stadthallensanierung umgestaltet werden würde, ist aber seit Monaten bekannt, letzte Details einschließlich Baumfälltermine, hatte OZ am 8. Oktober vermeldet. Nun muss man wissen, Fassbinder ist auch Bürgerschaftsabgeordneter und damit berechtigt, Pläne dieser Art jederzeit zu hinterfragen. Warum hat er es nicht rechtzeitig getan, wo doch die Grünen von Anfang an gegen die Stadthalle sind? Die Frage muss er sich stellen, wenngleich ich ihm Recht gebe, weil mir der jetzige Anblick auch nicht gefällt. Es scheint aber eine Mehrheit dafür zu geben. Denn bislang hat sich nämlich kein weiterer OZ-Leser über die Neugestaltung des TC- Gartens beschwert. Ihr Reinhard Amler

Stefan Fassbinder
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3 Kommentare bei „Wenn’s doch so wär’ wie früher! *update*“

  1. Dürfen hier etwa abwertende Kommentare zur KGW ungestraft den Weg ins Blog finden?
    Immerhin ist die Trasse noch nicht wirklich überbaut, und anstelle der Wolgaster böte sich sogar die Petershagen-/Pappelallee an. Natürlich fährt man heute nicht mehr mit Dampf, sondern mit Ökostrom, geräusch-und emissionsarm, ferner um einiges schneller und auf 1435er Spur statt 750. Dann heißt das Ganze „Regionalstadtbahn“, und eine solche könnte ich nicht wirklich schlecht finden.

    1. Stefan Fassbinder sagt: Antworten

      Eine Regionalbahn für Greifswald und OVP? Diese Idee sollten wir weiterverfolgen. Gerade auch im Rahmen der Klimakampagne der Stadt.

  2. […] Für die Grünen ist der Umgang mit der Frage der Begrünung sowieso nur ein Ärgernis unter vielen, wenn sie an die Stadthalle denken. Die von den Grünen laut gewordene Kritik stieß dieses Mal sogar auf eine gewisse Zustimmung des OZ-Lokalzeitungschefs Reinhard Amler, der in der Kolumne “Guten Morgen, liebe Leser” schrieb, er finde die Abholzung auch nicht schön. Immerhin hat das Projekt an der Europakreuzung nicht zum ersten Mal für politischen Streit gesorgt. Die Rodung hat lediglich eine alte Diskussion um die Stadthalle wiederbelebt. Historischer Blick auf die Stadthalle, um 1920 […]

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