Autofreie Fußgängerzone

stefan_fassbinder

Viereinhalb Jahre ist es her, dass sich im Greifswalder Senatssaal 24 Menschen
aus Verwaltung, Politik, Handel und Polizei trafen, um unter der Moderation der
Bürgerschaftsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN über Möglichkeiten zu diskutieren,
den illegalen Kfz-Verkehr durch die Fußgängerzone zu unterbinden.

Zwei Varianten waren besonders in der Diskussion:
Poller an den Zufahrtstraßen gegen illegale Marktquerung durch Privatfahrzeuge
und verstärkte gemeinsame Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei, um den
Lieferverkehr zu reduzieren.

Auf eine verstärkte Kontrolle des Lieferverkehrs durch Ordnungsamt und Polizei
konnten sich die Beteiligten verständigen. Die gemeinsamen Kontrollaktionen
zeigten auch Wirkung – allerdings nicht bis heute. Denn sobald die Kontrollen
nachließen, ließ auch die Disziplin der Lieferdienste wieder merklich nach.
Es wird Zeit, dass darauf wieder reagiert wird.

Auf Poller konnte man sich allerdings nicht verständigen.
Eine Abpollerung der Knopfstraße wurde von den verantwortlichen Stellen der
Verwaltung mit der Begründung, dass die Zufahrt für Marktbeschickung und
Rettungsdienste offen gehalten werden müsse, gar nicht erwogen.

„Wir begrüßen sehr, dass sich die Stadtverwaltung nun doch noch eines Anderen
besonnen hat“, so Stefan Fassbinder, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN, „offenbar musste man die Idee erst einmal ein paar Jahre sacken lassen.“

Schon 2010 gab es die Idee, Poller an alle Zufahrtswege zur Fußgängerzone zu
setzen. Das wurde aufgrund eines Beschlusses der bündnisgrünen
Bürgerschaftsfraktion von der Verwaltung geprüft. Damals teilte Bausenator Jörg
Hochheim im Bauausschuss mit (Protokollauszug 7.9.2010), dass zur Sicherung der
Fußgängerzone, einschließlich Markt und Fischmarkt, 14 versenkbare und 30
feststehende Poller notwendig wären, wobei allein für die versenkbaren Poller
ca. 200 T Euro und für die feststehenden Poller ca. 150 – 200 T Euro für
Lieferung und Montage notwendig würden.

„Die Knopfstraße war auf dem beigefügten Plan, wohlgemerkt, noch gar nicht
berücksichtigt. Es wäre aber sehr in unserem Sinne, wenn sich jetzt – ähnlich
wie offenbar in der Knopfstraße – ein kostengünstigerer Weg finden würde, diese
Überlegungen von damals umzusetzen“, ergänzt Fassbinder.

Im Zusammenhang „Verkehrsberuhigung Innenstadt“ stand 2013 auch der
Bürgerschaftsbeschluss „Verkehrsberuhigung Rakower Straße und Marktsüdseite“,
bei dem sich die Mehrheit der Bürgerschaft dem Vorschlag der bündnisgrünen
Fraktion anschloss, dass die Verwaltung Maßnahmen für die Verkehrsberuhigung
dieses Bereichs vorlegen solle.
Auf Nachfrage der bündnisgrünen Fraktion teilte die Verwaltung im letzten Jahr
mit, der Beschluss werde mit der Fortschreibung des Rahmenplans Innenstadt und
Fleischervorstadt umgesetzt.
Die Fortschreibung ist noch für dieses Jahr geplant. „Wir hoffen, dass dann der
Beschluss auch umgesetzt wird“, so Fassbinder abschließend.

Bildquellen

  • Stefan Fassbinder – Porträt: Bildrechte beim Kreisverband

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