Skandal um Technisches Rathaus

Nun hat die SPD ja endlich einen Erfolg und einen Sündenbock für die Kostenexplosion um das technische Rathaus gefunden. Ein Mitarbeiter der Baubecon soll es gewesen sein, so sagt der OB, der die Unterschrift unter den Auftrag zauberte. Und die gute alte Dame SPD glaubt das auch noch und ist begeistert über die Entdeckung.
Da wäscht sich doch die Rathausspitze wieder die Hände in Unschuld, hat einen Sündenbock und lustig geht der alte Schlendrian und die Kungelei weiter. Obendrein hat die Baubecon die Leistungen erbracht und damit einen Honoraranspruch, weshalb auch die von der SPD unisonso mit der Verwaltung so lautstark erhobene Ankündigung die gezahlten Gelder würden zurückgefordert, nur Schall und Rauch sind. Die Stadt als Auftraggeber wußte doch um die Tätigkeit der Baubecon.
Der wahre Scandal liegt in der offenbar auf allen Ebenen vollkommen unzulänglichen Kontrolle des Geschehens. Das fängt schon vor der Planung an – es hat doch nie ernsthaft eine Prüfung gegeben, ob im Falle einer Kreisgebietsreform, bei der die Stadt die Kreisfreiheit höchstwahrscheinlich verlieren wird, dieses Menge an Fläche für die Verwaltung noch gebraucht wird und geht weiter über die Erkundung des Gebäudes, die Vorplanung, die Kontrolle der Verträge etc. Die Verwaltung hat wieder einmal kläglich versagt, so wie sie dies uns in der Vergangenheit wiederholt vorgeführt hat. Ich erinnere an das Desaster um den Hafen Ladebow, die unzureichend durchdachte Renovierung der nun defizitären Stadthalle, die defizitäre Tiefgarage, der ach so wichtige und dann gescheiterte WVG-Anteilsverkauf, die Verschleuderung städtischen Vermögens an einen Berlin Investor, der an anderer Stelle denkmalgeschütze Gebäude verfallen läßt – ach, es wird mir ganz schlecht.

RAL

Letzte Artikel von Ulrich Lichtblau (Alle anzeigen)

3 Kommentare bei „Skandal um Technisches Rathaus“

  1. Stefan Fassbinder sagt: Antworten

    Die Frage lautet ja auch: Wenn dem so war, wie geschildert – wer in der Stadtverwaltung bezahlt Rechnungen über 400.000 Euro, ohne dass ein Auftrag vorliegt? Entweder stimmt hier noch mehr nicht oder es ist eine unglaubliche Schlamperei bzw. sorgloser Umgang mit Steuergeldern.

  2. Man könnte die Frage auch so stellen: Hätte es für den OB Gründe gegeben, nicht zu unterschreiben, wenn ihm das Schriftstück vorgelegt worden wäre?

  3. Wohnungsferwaltungsgesellschaft? – Drittletzte Zeile…

    Ansonsten – hmm, 400.000 EUR sind noch weitaus weniger als 5 Millionen. Der Vorfall ist tatsächlich eine willkommene Ablenkung für die Verantwortlichen…

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.