(Stadt-)Rand-Bemerkungen I

Wir unterstützen, da wir den Blick von außen aus dem Kreis auf Greifswald gerichtet haben, die Kritik des Greifswalder Kunsthistorikers Prof. Kilian Heck, dessen ersten Beitrag zur Kunstgeschichte wir hiermit vorliegen haben, aufs Heftigste!

Seit Jahrhunderten wird die Skyline von Greifswald, die ja naturgegeben und vom Himmel gefallen, mithin in ihrem Sosein gottgewollt ist, immer wieder geradezu schmählich angegriffen von zeitgenössisch modernem Erwerbs-Klimbim. Dies können wir alle in unserem Elfenbeinturm nicht dulden! Der Begriff „Kulturlandschaft“ macht ja auch deutlich, dass die in dieser Form vom Himmel gefallene Landschaft noch nie durch Menschenhand berührt, bestenfalls von den besten Kulturträgern unserer Nation wie Goethe, Schiller und so, gedanklich durchwalkt wurde. Die Forste, die Äcker, die Wege, die (begradigten) Flüsse – alles natürlich gewachsen!

Wir finden es auch nicht richtig, dass man moderne Gebäude von heute gleichsetzt mit modernen Gebäuden aus dem 18., dem 17., dem 16. Jahrhundert – denn damals wurden die Gebäude und Anlagen ausschließlich aus dem einen Grunde errichtet, dass wir sie heutzutage schön, pittoresk und romantisch empfinden! Mit der Lebensgrundlage der damaligen Menschen hatten die Gebäude nichts, aber auch gar nichts zu tun!

Einige erschröckliche Beispiele sollen an dieser Stelle aufzeigen, wie grausam die Menschen in der zurückliegenden Zeit in die vom Himmel gefallene Skyline, das göttliche Artefakt, eingegriffen haben. Es hat die Künstler immer schon davor geekelt – um wieviel mehr die Kunsthistoriker heutzutage!

Beginnen wir mit einer Darstellung von Willem Swidde aus dem Jahr 1681. Bitte beachten Sie, wie sich die Mühle nördlich der Stadt sozusagen auf die Hinterbeine stellt, um mit ausgebreiteten Mühlenflügelarmen die Skyline quasi zu Staub zu zermalmen!

Swidde 1681

Alle Abbildungen aus: Ruth Schmekel: Nun ging ich Greifswald zu. Das Bild einer Stadt in fünf Jahrhunderten. 2. Aufl. mit zahlreichen Abbildungen, Hamburg, Christians 1990

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4 Kommentare bei „(Stadt-)Rand-Bemerkungen I“

  1. welch einen pubertärer Stil Sie hier pflegen…

    Das ist doch keine Auseinandersetzung, das ist auch keine Satire, das ist nur peinlich

    wenn das der Stil der Kreistagsfraktion ist, (die zeichnet ja als Autor dieser Tirade), dann tut es mir leid

    ich hätte schon ein anderes Niveau erwartet…

  2. Und wenn wir feststellen, dass wir dem Beitrag sachlich nichts entgegensetzen können, „tadeln“ wir den Stil.
    Für Frau M.-G. und alle anderen, die nicht wissen, was ein Blog ist und wie es funktioniert: Das ist das Blog der Menschen, die hier schreiben. Kein Mensch wird gezwungen, unsere Texte zu lesen.

  3. Liebe Frau Müller-Gödecke,

    ich muss gestehen, dass ich Ihre Kritik durchaus nachvollziehen kann. Es fehlt an ernszhafter inhaltlicher Auseinandersetzungen mit der sogenannten „Greifswalder Erklärung“. Andrerseits vereinfacht Herr Heck in seinen lokalen Presseerklärungen selbst und einige der in der Erklärung genannten Tatbestände sind schlichtweg falsch. Nichstdestotrotz empfinde auch ich den Stil des Autors (der wohl so auch nicht für die gesamte Kreistagsfraktion spricht?) für wenig sinnvoll, vorallem da die Grünen auch immer eine Partei des Denkmalschutzes waren. Der Zielkonflikt zwischen Denkmal- und Klimaschutz benötigt -wie sie berechtigterweise einfordern- einer ernsthaften Debatte. Der Anstoss wurde durch den Beitrag zumindest gemacht.

    Was ist aber inhaltlich zur Greifswalder Erklärung zu sagen ?

    • Die gefoderte „grundsätzliche Beachtung der kulturellen Werte als identitätsstiftende Bausteine der Kulturlandschaften in Deutschland” ist an sich relativ sinnfrei. Dies ist an sich gesetzlich bereits erbracht, wobei sich dies zumeist auf Historie, die sich im Landschaftsbild zeigt, bezieht.
    • Das geforderte „vollständige Freihalten der wertvollen historischen Kulturlandschaften von den genannten Anlagen” ist wohl als gänzlich realitätsfern einzustufen. Ich hätte nicht erlebt, dass es Höfen verboten wurde neue Stallungen zu bauen, die in diesem Sinne auch eine starke Veränderung zur bisherigen als wertvoll eingestuften Kulturlandschaft darstellen. Veränderungen gehören zu Kulturlandschaften dazu und wenn man die Akzeptanzwerte für Windkraft anschaut, unterstelle ich ihr auch identitätstiftende Wirkung. Die Forderungen bezieht sich ja aber auch auf Aufdach-Solaranlagen, das macht sie nun gänzlich absurd.
    • Die geforderte „Einhaltung von Mindestabständen zwischen den Windkraftanlagen und den Denkmalen” kann ich voll und ganz unterstützen, wenn hier konkrete Abstände genannt würden und eine klare Unterscheidung zwischen bewußt entwickelten Sichtachsen und ‚zufälligen‘ gemacht wird. Und nicht Absurditäten wie in Stralsund entstehen, wo die Höhe und damit der Ertrag von Windkraftanlagen mit dem Hinweis auf den Denkmalschutz eingeschränkt wird, obwohl in den genannten Sichtachsen bereits die Volkswerft und die Strelasundbrücke die Stadtansicht enorm beeinträchtigen und nicht nach 20 Jahren abgebaut werden.
    • Mit der letzten Forderung kommen wir wohl zu des Pudels Kern: „Die Einbeziehung der Denkmalpflege als zuständiger Fachbehörde bereits im Vorfeld aller Planungsverfahren und ihre zureichende Ausstattung mit Personal.” Der Forderung nach vernünftig bezahlten Arbeitsplätzen für die eigene Klientel.

    Der letzte Punkt der „Greifswalder Erklärung” erweckt den Eindruck, dass es in erster Linie um die Schaffung von Arbeitsplätzen für Kunsthistoriker geht, wöfür ich generell plädieren würde.
    Vorallem da es bereits durchaus elaboriertere Aussagen seitens Kunsthistorikern zu Kulturlandschaften und Erneuerbaren, die eine ernsthafte Auseinandersetzung und Abwägung der beiden Schutzgüter erkennen lassen, halte ich diese Erklärung für eine wenig gelungene PR-Nummer, die noch dazu unterstellt, der Denkmalschutz bliebe bislang in der Regionalplanung ungehört.

    Der Denkmalschutz hat meines Erachtens dringendere Probleme. So ist für mich immer noch unverständlich, wie Baudenkmäler von staatlicher Seite veräußert werden, ohne dass der Käufer ein Konzept zum Erhalt und die Solvenz zur Umsetzung des Konzepts nachweisen muss. Dies ist für mich gerade in einem Bundesland wie MV, das reich an Baudenkmälern ist, viel relevanter als ein billiges Herumhacken auf dem Einsatz der Erneurbaren Energien, die auch die berechtigten Forderungen nach Denkmalschutz bei der Raumplanung in Hintertreffen kommen läßt.

    Mit besten Grüßen
    Tobias Linke

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