Für artgerechte Tierhaltung – auf allen Ebenen

„C wie Cem“ wollten wir unsere Veranstaltung dann doch nicht nennen. Der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fand am Donnerstagmittag Zeit, von seinem Urlaub auf Prerow einen Abstecher an den Greifswalder Bodden zu machen. Der Ort der Veranstaltung war äußerst passend. Denn der frühere Abgeordnete aus dem Wahlkreis Ludwigsburg (Württemberg) besuchte den Ort Ludwigsburg (Vorpommern). Im dortigen Schloss warteten zahlreiche Einwohner Ludwigsburgs und umluiegender Orte, viele davon in der BI „Huhnfrei“ organisiert, die sich gegen die Errichtung eines völlig überdimensionierten Mastbetriebes richten, der die gewachsenen Strukturen von Ort, örtlicher Landwirtschaft und Tourismus zerstören würde, Besonders gefreut hat uns das Interesse von Vertretern der politischen Konkurrenz.

Denn diese hilft als Kontrast vor allem zu verstehen, wo GRÜN den Unterschied ausmacht. Wir treten auf alle politischen Ebenen für eine artgerechte Tierhaltung und gegen industrielle Landwirtschaft ein. Es bringt nichts, auf die Verantwortlichkeiten bestimmter Ebenen zu verweisen, wenn der Landwirtschaftsminister Backhaus der eigenen Partei der industriellen Landwirtschaft völlig unkritisch gegenübersteht. Oder, wie ein Fragesteller zutreffend anmerkte: Irgendeinen Grund muss es ja geben, dass Mecklenburg-Vorpommern für Tiermastanlagen ein so begehrter Standort ist.

Kleiner Ort, großer Andrang

So bot die Veranstaltung Gelegenheit, GRÜNE Vertreter_innen aller Ebenen zu treffen, die im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten für eine Agrarwende eintreten wollen: Cem Özdemir als früherer Europaabgeordneter und langjähriger Bundespolitiker, unsere Landtagskandidat_innen Ulrike Berger und Eckhard Wenzlaff, unser Landratskandidat Stefan Fassbinder sowie die Kreistagskandidat_innen Alexander Krüger, Michael Steiger, Florian Geyder, Rosemarie Wagner, Stefanie Pfeiffer, Kay Karpinsky – und Eckhard kandidiert ebenfalls für den Kreistag.
Leider ist das Vorhaben in Ludwigsburg nicht das einzige im Land, wo eine schwerwiegende Fehlentwicklung droht. Am 27.08. geht es in Alt Tellin weiter (Großdemo um 12:30). Hier sinds die Hühner, dort sind die Schweine uns nicht Wurst.

Cem unterschreibt gegen Hühnerquälerei. Mit Unterstützung durch Alexander Krüger

4 Kommentare bei „Für artgerechte Tierhaltung – auf allen Ebenen“

  1. Die Schlagzeile ist falsch. Die Statements, auch das von Özdemir, waren nicht FÜR artgerechte Tierhaltung, sondern GEGEN Massentierhaltung. Und ich befüchte, seitens der BI sogar gegen jede Tierhaltung.
    Das ist das Dilemma der Grünen, dass sie als Dagegen-Partei wahrgenommen wird. Hat jemand versucht zu ergründen, warum ein Landwirt, der länger im Ort lebt als die Meinungsführer der BI, auf diesen Wahnsinns-Gedanken gekommen ist? Zum Teil ist es nämlich eine Konsequenz der grünen Agrarpolitik.
    Und warum M-V liegt auf der Hand. Kein Land hat trotz der geringen Besiedlung so einen niedrigen Tierbestand pro Fläche. Das hat übrigens auch ökologische Konsequenzen.

    1. Hallo Edward,

      ich war bei der Veranstaltung. Es wurde sich durchaus geäußert für was Grüne stehen.
      Zitat Stefan Fassbinder: „… darum setzen wir uns für kleinteilige biologische Landwirtschaft ein und ich halte dieses Projekt nicht nur für einen ökologischen sondern auch für ökonomischen Wahnsinn.“
      Zitat Cem Özdemir: „…. wir stehen für nachhaltige ökologische Landwirtschaft.“ und „….wir sind gegen Massentierhaltung.“ auf Nachfrage aus dem Publikum „Welche Größenordnungen vertretbar wären?“ Antwort: max. 2000 bis 3000 Hühner
      Sicherlich gibt es dieses Dagegen Image, wer sich jedoch näher mit Grün beschäftigt wird feststellen, dass Grün mehrhaltlich auch Dafür steht. Ich empfehle allen die die Meinung vertreten, dass Grün nur Dagegen ist, das Wahlprogramm zur Landtagswahl MV bzw. Kreistagswahl ( KV Greifswald Uecker Peene) zu lesen. Des Weiteren kann ich mich nicht erinnern, dass es in MV je einen Grünen Landwirtschaftsminister gegeben hat.

  2. zum Glück nicht, im Übrigen wird jeder, der Ahnung hat, verstanden haben, dass ich Künast gemeint habe.
    Wie relatitätsfern die Grünen in ihrer Agrarpolitik nach wie vor sind, zeigt ja gerade die Antwort von Özdemir. Zeigen Sie mir mal einen Landwirtschaftsbetrieb, der wirtschaftlich 3000 Hühner hält, ja halten kann. Selbst der Vorzeige-Biobauer von Bassewitz hält 35.0000. Wer mit „kleinteiliger“ Landwirtschaft, den Eigenbedarf an Lebensmitteln decken will, ist völlig unbedarft auf diesem Gebiet. Der ökologische Landbau funktioniert nur so lange, wie er Nischenprodukt bleibt. Davon abgesehen bin ich ausdrücklich dafür, dass die konventionelle Landwirtschaft „grüner“ werden muss, aber eben auch nicht durch museales Wirtschaften ersetzt werden kann.
    Allerdings halte auch ich 150.000 Hühner für völlig abwegig, aber z.B. gegen 40.000 könnte keiner was ausrichten. Diese Größe zählt nämlich per Gesetz als „bäuerlich“.
    Im Übrigen bin ich selber nicht der Meinung, dass Grüne nur dagegen sind. Aber ich finde, DIESE Veranstaltung hat dieses Klischee -leider- bedient. Denn ich bleibe dabei, der Tenor der Veranstaltung war GEGEN Massentierhaltung. Ich war auch da. Natürlich kann man jede Veranstaltung umdeuten, wenn man Teilzitate für sich nimmt (siehe Überschrift)

  3. Torsten Wierschin sagt: Antworten

    @Edward

    Wie relatitätsfern die Grünen in ihrer Agrarpolitik nach wie vor sind, zeigt ja gerade die Antwort von Özdemir. Zeigen Sie mir mal einen Landwirtschaftsbetrieb, der wirtschaftlich 3000 Hühner hält, ja halten kann. Selbst der Vorzeige-Biobauer von Bassewitz hält 35.0000. Wer mit “kleinteiliger” Landwirtschaft, den Eigenbedarf an Lebensmitteln decken will, ist völlig unbedarft auf diesem Gebiet.

    Ich will auch zukünftig keine Eier aus wie auch immer gearteten Anlagen mit max. 2000 bis 3000 Hühnern (geschweige denn mehr) „essen“. Mein Gefühl sagt mir, dass das nicht gesund sein kann und was mit infantilem Sammelreflex zu tun hat, den man dann knallharten aber realen Kapitalismus nennt.

    Wenn die Realität nicht zum Menschen passt, dann muss man sie ändern, nicht umgekehrt. Politik ist dabei für die Rahmenbedingungen verantwortlich.

    Ich würde Sie hiermit einladen, daran mitzutun…

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