Souveräne Karriereplanung

Nun also sind die schon lange nicht mehr geheimen Ambitionen unseres Superdezernenten Arenskrieger hochoffiziell: Er strebt laut heutiger Ortsansässiger Zweiminutenzeitung in den Landesrechnungshof. Schön, dass man ihn endlich loswerden kann, so der erste Gedanke, wüsste man nicht, dass hier eine Aufführung des Stückes „Wir machen den Bock zum Gärtner 2.0“ gegeben wird. Schließlich wurde in Greifswald, was auch schon längst kein Geheimnis mehr ist, in Arenskriegers Zuständigkeitsbereich so gekonnt gerechnet, dass die anstehenden Haushaltsberatungen zu einem Alptraum zu geraten drohen. Was liegt da näher, als den Abgang diesmal wenigstens selbst bestimmen zu wollen? Die erstaunliche Karriere des Dezernenten erlebt damit einen weiteren schwungvollen Stolperer nach oben. Schon sein Comeback war bemerkenswert für jemanden, dem man wenige Jahre zuvor noch eine völlig unbekannte Bewerberin aus Westfalen vorgezogen hatte. Doch geschickt nutzte er und seine CDU im richtigen Moment (an die Gründe seiner Abwahl erinnerten sich nicht mehr genug) Ulf Dembskis Drang nach Selbstverwirklichung zum perfekten Deal.

Nun also soll es in Schwerin eine Fortsetzung der Erfolgsstory geben. Die Dezernentenstelle, so heißt es weiter, soll selbstredend nicht zur Entlastung des Haushaltes eingestampft werden, zumal mit Freund Hochheim schon ein überaus gleichwertiger Erstatz bereitsteht. Schon jetzt bin ich gespannt, welche unschlagbaren Argumente die SPD diesmal für die Wahl des CDU-Vorschlags anführen wird.

5 Kommentare bei „Souveräne Karriereplanung“

  1. Manfred Peters sagt: Antworten

    Eine Begründung für zwei Dezernenten lieferte die OZ vom 23.02.07:
    „… Aus Greifswalder Sicht seien zwei Dezernenten auch wichtig, um mittelfristig politische Persönlichkeiten aufzubauen, die in einem künftigen Großkreis die Interessen der Hansestadt vertreten können, betont Bauer. Nicht zuletzt sei man zu der Einsicht gelangt, dass die Verwaltungsarbeit im Rathaus anders als zunächst erhofft nicht von einem Dezernenten gemeistert werden könne. „Man braucht schon zwei“, schätzt der CDU-Fraktionsgeschäftsführer. …“
    Ist das nicht große und weitsichtige Politik? Nur, das Ergebnis ist bekannt. Die neuen Gründe werden genau so dämlich wie die alten sein, ob nun von der SPD oder von der CDU.
    Einen neuen Vorschlag hätte ich schon für Herrn Bauer: Wir brauchen einen Stasibeauftragten für die Verwaltung! Dann hätte Herr Hochheim aber wenig Chancen, denn die Kompetenzen liegen eindeutig bei Frontmann der Bürgerliste, Dr. Thomas Meyer.

  2. Es mag ja niemand verwundern, aber ich sag’s aus diesem Anlass nochmal: Unabhängig davon, ob die Kritik des Verfassers gerechtfertigt ist, halte ich die Form ihrer Darbietung für absolut unangemessen. In diesem Ton berichtet ja nicht mal die Ostsee-Zeitung!

    1. Manfred Peters sagt: Antworten

      Hallo Gabriel, werde doch mal etwas konkreter. Zugegeben, im webMoritz sind die Beiträge, um die Diktion einer der letzten Titel zu verwenden, „Sachlich, aber etwas weichgespült“.
      Dafür sind dort die Kommentare wohl umso „hartgesottener“.
      Also erst einmal 1:1.
      Nebenbei, die objektive Realität ist oft noch grausamer als unsere Fantasie.
      Ein Faktencheck wird schwer, denn dem einfachen Untertanen wird besonders in Greifswald der Zugang zu den Entscheidungen der Gemeindeoberen verweigert. Jüngstes Beispiel – die Entscheidung des Hauptausschusses zur Annullierung eines EU-konformen Ausschreibungsverfahren für die Straßenreinigung. Überschrift der OZ vom 25.07.2009: „Der Hauptausschuss lehnte es ab, dass eine sächsische Firma künftig die Straßen reinigt. Die Kommune übernimmt die Arbeiten.“
      Wegtreten!!!

      1. Mich stört ein Satz wie „Schön, dass man ihn endlich loswerden kann“ ebenso wie es mich stört, dass sich in jedem zweiten Satz Unterstellungen verbergen, die nicht konkretisiert werden. Insgesamt dominieren in diesem Beitrag mal wieder vor allem besserwisserische Häme und die Trauer darüber, dass man die herrschenden Zustände selbst nicht ändern kann. Vor allem ersteres ist wirklich traurig…

        Nebenbei: Was das mit den Untertanen angeht – Untertan ist heute höchstens noch, wer sich als Untertan fühlt… Denn das mit den Untertanen ist in der Bundesrepublik spätestens seit 1949 Vergangenheit. In den neuen Ländern übrigens erst seit 1990.

  3. […] den Job zu erhalten. Die Grünen nahmen den möglichen Fortgang des Bausenators zum Anlass für ein paar ätzende Bemerkungen. Auch die OZ hieb wenige Tage nach ihrer ersten Meldung in dieselbe Kerbe: Dort mutmaßte Autor […]

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